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15.06.2015
Von: Peter Tajmer

Mit einer Rolle aufwärts


Rolle aufwärts

men at work

 

Es war eine höchst sportliche Aufgabe für Haushahn, einen Lastenaufzug für eine Papierfabrik in nur einer Woche zu modernisieren.

Es geht um EINEN Aufzug, aber der hatte es in sich. Schließlich fährt er rund um die Uhr, um einen Höhenunterschied von 18,2 m zu bewältigen.

 Schon 1987 hat ihn die Firma Haushahn in einer Papierfabrik installiert. Jetzt war eine Generalmodernisierung fällig. Man hat mehrere Firmen um ihre Angebote angeschrieben, den Zuschlag erhielt Haushahn. „Weil wir technisch die beste Lösung angeboten haben“, ist der Marketingleiter des Unternehmens, Thomas Urban überzeugt. Ein weiterer Vorteil: Der Haushahn Verkäufer, Gerhard Madlmair, konnte den Kunden bei einem Werksbesuch in Steyr einen Referenzaufzug von Haushahn zeigen, der ähnliche Lasten zu tragen hat und ähnlich konstruiert ist.

Was aber sicher auch für die Entscheidung ausschlaggebend war: Während für Modernisierungen dieser Art üblicherweise zumindest zwei Wochen kalkuliert werden, mussten in diesem Fall alle wichtigen Mondernisierungsarbeiten innerhalb einer Woche erledigt sein. Zwar konnte nicht rund um die Uhr gearbeitet werden, „aber wir waren ständig vor Ort und bekamen kurzfristig immer ausreichende Zeitfenster zugeteilt“, erzählt Montageleiter Gerald Koutny. Die Montageteams wechselten sich ab, manchmal kam auch aus Linz ein weiterer Kollege vorbei, um die Anlage kennenzulernen, da er künftig für die Wartung dieses Aufzuges zuständig ist. Apropos Wartung: die ist hier in einem viel engeren Zeitraum notwendig, nämlich fast monatlich, um keinen Produktionsausfall zu erleiden.

Was waren nun die Herausforderungen? Gefordert waren die Montage neuer Schacht-Lamellentüren sowie ein Austausch der Technik plus Steuerungs-IT. Technischer Projektleiter Robert Kolb: „Als eigenständiges Unternehmen sind wir nicht bei allen Details an vordefinierte Komponenten gebunden, das heißt, wir konnten am Markt nach den besten Lösungen für diese Aufgabe Ausschau halten.“

Die Steuerungstechnik hat nämlich nicht nur für den Aufzug Bedeutung, sondern auf ein ganzes System: Nachdem in der Produktion das Papier auf die rund 7 t schwere Rolle aufgewickelt ist, holt sich ein auf Schienen fahrendes Transportfahrzeug (Eigengewicht mehr als 2 t) die Papierrolle und kommuniziert mit dem Aufzug, damit dieser zeitgerecht mit offener Tür für die Ladung bereitsteht. Eine wichtige umgesetzte Neuerung: Beim Beladen kann der Aufzug jetzt nachjustiert werden, damit alle vier Räder des Transporters in gleicher Höhe in den Laderaum einfahren können.

Die Modernisierungsarbeiten wurden zeitgerecht fertig, der TÜV hat sie bereits abgenommen. „Jetzt werden noch kleinere Arbeitspakete erledigt, die aber nicht so zeitkritisch sind“, sagt Gerald Koutny. Und Robert Kolb ergänzt: „Weil der Kunde mit unserer Arbeit so zufrieden war, wird schon jetzt an weiteren Modernisierungsthemen gearbeitet: eine Traglasterhöhung auf 14 t, auch ein neuer Antrieb ist angedacht.“

Wie wichtig dieser Aufzug für den Kunden war und ist – in einer Ebene Papier-Erzeugung, in der zweiten die Verarbeitung – zeigt die Tatsache, dass neben dem eingebauten Aufzug quasi ein zweiter Aufzug parat steht. „Wenn beispielsweise der Motor kaputt wird, dauert eine Neuanfertigung bis zu vier Wochen. Aber einen so langen Produktionsstillstand kann sich das Unternehmen nicht leisten. Der Einbau vom ‚Zwilling‘ dauert hingegen nur einen halben Arbeitstag.“

Um alle am Projekt beteiligten Personen zu Wort kommen zu lassen, dafür reicht der Platz hier nicht. Aber genannt werden sollen sie auf jeden Fall: Technik-„Mastermind“: Robert Kolb, Montageleitung: Gerald Koutny und Lukas Graf, Verkauf: Gerhard Madlmair. Das Montageteam bestand aus Roman Perina, Christian Lanner, Manuel Kamaryt, Peter Bachheimer sowie Franz Dyrda, der künftig auch die Wartungsarbeiten übernimmt.